|
|
Kultur mit vielen Wurzeln |
Aus Aegypten-Tourist.info
|
Ägypten ist die Wiege der menschlichen Zivilisation. Diese Tatsache wird von renommierten Historikern heute nicht mehr ernsthaft bestritten. Ägypten verfügt über eine hervorragende geopolitische Lage am Schnittpunkt von Afrika, Asien und Europa. Auf seinem Boden erfolgte im Verlauf der Jahrtausende ein reger Austausch von Rassen und Ideen, Philosophien und Religionen. Die einzigartige kulturelle Tradition des Nillandes ist das Ergebnis dieser aufeinanderfolgenden Epochen und Strömungen. Im Schmelztiegel Ägypten verbanden sich die vielfältigen kulturellen Elemente zu dem, was die ägyptische Kultur heute ausmacht. Das erklärt, warum Ägyptens Kultur auf verschiedene Wurzeln zurückgeht, die in unterschiedlichen, aber ineinandergreifenden Zeitabschnitten entstanden. Zu den blühendsten Epochen der ägyptischen Geschichte zählen das Zeitalter der Pharaonen, die griechisch-römische Ära, die christlich-koptische Phase und das islamische Zeitalter. Das ägyptische Volk ist ein Konglomerat all dieser bereichernden, zum Teil von aussen stammenden Einflüssen - ein Grundelement der nationalen Kultur und der ägyptischen Identität. Diese besondere geschichtliche Entwicklung schlug sich unter anderem in einem bedeutsamen Ergebnis nieder: Ägypten wurde zu einer Zufluchtsstätte von Asyl-Suchenden, zu einem Land, das von Toleranz und Dialog geprägt wurde. Der Begriff "Asyl" beinhaltete die volle Bandbreite des Zufluchtsuchens. Es galt für Individuen und ganze Völkerschaften, für Rassen, Kulturen und Religionen. Es war in Ägypten, wo im 14. Jahrhundert vor Christus während der Regierungszeit von Pharao Echnaton die erste monotheistische Religion der Menschheit entstand. Auch Moses und Jesus verbrachten wichtige Lebensabschnitte in Ägypten. Auch der Islam fand in Ägypten friedlich Eingang. Viele, die in fernen Ländern, weit weg vom Nahen Osten leben, wissen oft nicht, dass die Heilige Familie mit dem Christuskind vier volle Jahre in Ägypten verbrachte. Das heilige Paar und Jesus waren aus Palästina geflohen, um nicht den Häschern König Herodes in die Hände zu fallen. Ägypten bemüht sich, die Flucht der heiligen Familie nach Ägyptenland der Menschheit heute wieder ins Gedächtnis zu rufen. Damit soll das Bewusstsein gestärkt werden, dass vorangegangene Kulturen und religiöses Erbe wichtige Bestandteile zur verwobenen ägyptischen Kultur darstellen. Eindrucksvolle Beispiele für dieses Bemühen sind die schwierigen Restaurierungsarbeiten an der Sphynx - die Arbeiten auf dem Pyramidenplateau nahmen zehn Jahre in Anspruch, wie auch die Bergung griechisch-römischer Altertümer aus den Küstengewässern vor Alexandrien und die Wiederinstandsetzung der "hängenden Kirche" in Alt-Kairo, des ersten architektonischen Wahrzeichens des Christentums im Orient. Die Restaurierungsarbeiten an der tausendjährigen El-Azhar-Moschee und einer Vielzahl anderer Baudenkmäler des fatimidisch-islamischen Kairos - im Herzen der Hauptstadt - sind weitere Zeugen des Bemühens, dieses kulturelle Erbe kommenden Generationen zu erhalten. |
